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Autismus oder (und) ADHS?

Prof. Dr. med. habil. Matthias Dose

Autismus oder (und) ADHS?
OAP

Während ICD-10 „Tiefgreifende Entwicklungsstörungen“ (F-84.-) noch als „Ausschlussdiagnose“ der „Hyperkinetischen Störungen“ (F-90.-) einschließlich ADHS benennt, zählt die „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ nach DSM-5 mit bis zu 40 % zu den häufigsten komorbiden Störungen einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Zur differentialdiagnostischen Unterscheidung wird in DSM-V darauf hingewiesen, dass die sozialen Dysfunktionen und die Ablehnung durch Gleichaltrige bei ADHS vom sozialen Desinteresse, dem sozialen Rückzug und der Nichtbeachtung mimischer und vokaler Kommunikationssignale bei ASS unterschieden werden müssen. Außerdem würden unangemessene Verhaltensweisen und Wutanfälle bei bedeutsamen Veränderungen von Abläufen und Situationen bei ADHS auf Impulsivität und/oder mangelnder Selbstkontrolle, bei ASS hingegen auf der Unfähigkeit, Abweichungen von erwarteten Ereignisabläufen zu tolerieren, beruhen. Neben diesen symptomatischen Unterschieden zeigen sich autistische Kernsymptome (Defizite der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie stereotype Verhaltensweisen und ein eingeschränktes Repertoire an Interessen) bereits sehr früh in der Kindheit, während die Diagnose einer ADHS vor dem Alter von drei Jahren nicht, bei Kindern im Alter von drei bis vier Jahren in der Regel nicht hinreichend sicher gestellt werden kann. Wegen der möglichen Überlappung der Störungsbilder soll bei dringendem Verdacht auf, bzw. bestehender Komorbidität von ASS und ADHS zunächst die Symptomatik des ADHS leitliniengetreu behandelt und die Diagnostik hinsichtlich ASS im Verlauf wiederholt werden.

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Wann?

Di. 15.9.2026

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Wo?

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