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Das Denken entwirren – die inferenzbasierte Therapie der Zwangsstörung

Dipl.-Psych. Matthias Wengenroth

Das Denken entwirren – die inferenzbasierte Therapie der Zwangsstörung
OAP

Expositionsbasierte Verhaltenstherapie gilt seit Jahrzehnten als Goldstandard in der Behandlung der Zwangsstörung, und das gewiss nicht zu Unrecht. Was aber tun in Fällen, in denen die Betroffenen nicht zu Exposition bereit sind oder die erwünschten Fortschritte ausbleiben bzw. nicht nachhaltig sind? Ein wesentlicher Faktor ist dabei eine mangelnde Einsicht der Betroffenen in die Irrationalität ihrer Zwangsgedanken – und damit die subjektiv erlebte Notwendigkeit ihrer Zwangshandlungen. Die von Kieron O’Connor und Frederic Aardema in Kanada entwickelte Inferenzbasierte Therapie findet zunehmend Anerkennung (auch in der aktuellen S3-Leitlinie) als wirksame Strategie zur Auflösung gedanklicher Fehlschlüsse („inferenzielle Konfusion“), die als zentrale Ursache für das Fortbestehen hartnäckiger Zweifel und quälender Befürchtungen betrachtet werden. In diesem Workshop werden die konzeptuellen Grundlagen des Modells – auch im Vergleich mit herkömmlichen kognitiven Ansätzen – diskutiert und einige daraus abgeleitete zentrale Interventionen vorgestellt. Dazu gehören beispielsweise

  • - das Sequencing, die Identifikation der Kette gedanklicher Prozesse, die dem Drang zur Ausführung von Zwangshandlung vorausgehen,
  • - die Entlarvung der falschen Logik und der „obsessiven Story“ hinter den Zweifeln,
  • - Vermittlung von Kriterien zur Unterscheidung zwischen begründeten und zwanghaften Zweifeln,
  • - die Metapher von der „Zwangsbubble“ und die dazugehörige „Brückenübung“,
  • - die Auseinandersetzung mit dem „gefürchteten Selbst“ als Nährboden für zwanghafte Zweifel,
  • - die Formulierung einer „alternativen Geschichte“ zur Stärkung des Realitätsbezugs, sowie
  • - das Reality-Sensing, bei dem geübt wird, sich in kritischen Situationen nicht in spekulative Vorstellungen hineinsaugen zu lassen, sondern wieder dem zu vertrauen, was vor allem die Sinne über die Sicherheit und Unbedenklichkeit der Situation vermitteln.

Wenn Sie grundsätzlich interessiert am Einsatz kognitiv-behavioraler Techniken zur Überwindung von Zwängen sind, wird Ihnen die Beschäftigung mit diesem innovativen Ansatz einige Aha-Erlebnisse verschaffen und Ihr Repertoire an effektiven Interventionsmöglichkeiten erweitern.

Hinweis: Um eine gute Arbeitsatmosphäre zu gewährleisten, bitten wir Sie bei unseren Praxisworkshops mit Bild & Ton teilzunehmen.

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Im Detail

Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten; Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut*innen

Ein Antrag auf Akkreditierung dieses Vortrages ist bei der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg gestellt. Die Punkte werden in der Regel auch von allen Psychotherapeuten-und Ärztekammern in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt. Im Anschluss an den Vortrag erhalten Sie automatisch eine E-Mail mit Ihrer Teilnahmebescheinigung und Ihren Fortbildungspunkten. 

Sie benötigen ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet oder Smartphone) mit Lautsprechern und eine stabile Internetverbindung. Der Praxisworkshop wird als Zoom-Meeting abgehalten. Bitte aktivieren Sie hierfür Ihre Kamera. Ihr Mikrofon ist zunächst stumm geschaltet, Sie können es aber für Wortmeldungen aktivieren.  

Sie erhalten am Tag der Veranstaltung den Zoom-Link zur Teilnahme und die Veranstaltungsunterlagen per E-Mail zugesandt. Zur Teilnahme müssen Sie lediglich den Link anklicken und das Webinar/ Meeting wird automatisch in Ihrem Browser geöffnet. 

Wann?

Mo. 18.1.2027

17.00 - 20.30

Wo?

Online via Zoom

CME

5 Punkte

Noch genug Plätze frei

Teilnahmegebühr

120,00 €
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