Der Vortrag richtet sich an psychologische Psychotherapeut*innen und weitere Fachkräfte, die mit spät diagnostizierten autistischen Erwachsenen arbeiten. Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick in die Trauerprozesse nach einer späten Diagnose und deren Einbettung in den klinischen Kontext. Diagnosetrauer bezeichnet dabei einen Trauer- und Anpassungsprozess, in dem das bisherige Selbst- und Lebensverständnis im Licht einer Diagnose emotional verarbeitet, biografisch neu geordnet und identitätsbezogen integriert wird.
Es werden psychodynamische und psychosoziale Prozesse der Diagnosetrauer dargestellt und in ihrer Relevanz für die psychotherapeutische Versorgung eingeordnet. Behandelt werden typische Belastungskonstellationen im Anschluss an die Diagnosestellung, darunter Reaktionen auf langjährige Fehlanpassung, Fehldiagnostik, Stigmatisierung, chronische Selbstabwertung sowie das Erleben biografisch versäumter Unterstützung – stets unter Berücksichtigung autismus-spezifischer Gefühlskonzepte.
Darüber hinaus werden therapeutische Implikationen für die psychotherapeutische Praxis vorgestellt, einschließlich einer ressourcenorientierten, autismus-sensiblen Begleitung der Verarbeitung einer Autismus-Diagnose und der damit verbundenen Identitätsentwicklung. Der Vortrag vermittelt einen Überblick über Möglichkeiten, Reaktionsmuster nach einer späten Diagnose differenziert zu erfassen, in die Fallkonzeption einzubeziehen und mit ressourcenorientierten, autismus-sensiblen Interventionen auf Diagnosetrauerprozesse einzugehen.
Psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen; Kinder-und Jugendlichen Psychotherapeut*innen, Interessierte aus anderen klinisch tätigen Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, Körpertherapeuten, Kunsttherapeuten, Heilpraktiker, Psychologen etc..
Ein Antrag auf Akkreditierung dieser Veranstaltung ist bei der LandespsychotherapeutenkammerBaden-Württemberg gestellt. Die Punkte werden in der Regel von allen Psychotherapeuten- und Ärztekammern in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt. Im Anschluss an die Veranstaltung erhalten Sie automatisch eine E-Mail mit Ihrer Teilnahmebescheinigung und Ihren Fortbildungspunkten.
Sie benötigen ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet oder Smartphone) mit Lautsprechern und eine stabile Internetverbindung. Der Vortrag wird über die Zoom Webinarplattform (nicht als Zoom-Meeting) abgehalten. Als Teilnehmer*in sind Sie nicht über die Kamera sichtbar und können Ihr Mikrofon nicht nutzen. Sie haben aber die Möglichkeit, über den Chat und über "Fragen/ Antworten" aktiv an der Veranstaltung teilzunehmen.
Sie erhalten am Tag der Veranstaltung den Zoom-Link zur Teilnahme und die Veranstaltungsunterlagen per E-Mail zugesandt. Zur Teilnahme müssen Sie lediglich den Link anklicken und das Webinar/ Meeting wird automatisch in Ihrem Browser geöffnet.
18.00 - 19.30
Online via Zoom
2 Punkte
M.A. Katrin Zinkel
Dr. Christine Preißmann
M.A. Katrin Zinkel
Prof. Dr. Leonhard Schilbach