Ekel ist eine evolutionär verankerte Basisemotion mit zentraler Schutzfunktion vor potenzieller Kontamination. In der klinischen Praxis zeigt sich jedoch, dass Ekel bei verschiedenen psychischen Erkrankungen (Zwang, PTSD, Essstörungen) nicht nur ein Begleitphänomen, sondern ein eigenständiger aufrechterhaltender Mechanismus sein kann. Trotz der Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsverhinderung verbleiben relevante Anteile von Patient*innen mit persistierendem Ekelerleben und eingeschränktem Therapieerfolg.
Im Workshop wird praxisnah vermittelt, warum Ekel in der Therapie oft anders zu behandeln ist als Angst und weshalb Patient*innen trotz sorgfältig durchgeführter Expositionen häufig weiter unter starkem Ekelerleben leiden. Anhand typischer Fallbeispiele wird gezeigt, welche Prozesse dabei eine Rolle spielen, etwa anhaltendes „Sich-beschmutzt-Fühlen“, geringe Veränderungsüberzeugung, Vermeidungsverhalten in der Exposition oder die gedankliche Ausweitung von Kontamination auf immer mehr Objekte und Situationen.
Darauf aufbauend werden konkrete therapeutische Konsequenzen für die Praxis abgeleitet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Expositionen bei starkem Ekel gezielt angepasst werden können und welche zusätzlichen Interventionen sinnvoll sein können, wenn Ekel besonders hartnäckig bleibt. Vorgestellt werden alltagsnahe und direkt umsetzbare Techniken, etwa zur kognitiven Neubewertung, zur gezielten Aufmerksamkeitslenkung, zum Umgang mit Kontaminationsüberzeugungen sowie imaginative Methoden zur Unterbrechung von „Kontaminationsketten“.
Ziel des Workshops ist es, ein gut verständliches und direkt anwendbares Repertoire für die Diagnostik, Fallkonzeption und Behandlung ekelbezogener Symptome zu vermitteln.
Hinweis: Um eine gute Arbeitsatmosphäre zu gewährleisten, bitten wir Sie bei unseren Praxisworkshops mit Bild & Ton teilzunehmen.
Psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen
Ein Antrag auf Akkreditierung dieses Vortrages ist bei der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg gestellt. Die Punkte werden in der Regel auch von allen Psychotherapeuten-und Ärztekammern in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt. Im Anschluss an den Vortrag erhalten Sie automatisch eine E-Mail mit Ihrer Teilnahmebescheinigung und Ihren Fortbildungspunkten.
Sie benötigen ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet oder Smartphone) mit Lautsprechern und eine stabile Internetverbindung. Der Praxisworkshop wird als Zoom-Meeting abgehalten. Bitte aktivieren Sie hierfür Ihre Kamera. Ihr Mikrofon ist zunächst stumm geschaltet, Sie können es aber für Wortmeldungen aktivieren.
Sie erhalten am Tag der Veranstaltung den Zoom-Link zur Teilnahme und die Veranstaltungsunterlagen per E-Mail zugesandt. Zur Teilnahme müssen Sie lediglich den Link anklicken und das Webinar/ Meeting wird automatisch in Ihrem Browser geöffnet.
16.00 - 20.15
Online via Zoom
7 Punkte
M. Sc. Janina Werz