In diesem Vortrag werden die wichtigsten Neuerungen im Bereich Depressiver Störungen von der ICD-10 zur ICD-11 vorgestellt. In der ICD-11 werden nun systematischer Bestimmungsmerkmale, Differenzialdiagnosen, Schwellenwerte sowie kulturelle, entwicklungspsychologische und genderbezogene Aspekte beschrieben, die eine zuverlässigere Diagnostik ermöglichen sollen. Depressive und Bipolare Störungen sind nun klar getrennt, und die Kriterien einer Depressiven Episode sind stärker formalisiert. Zusatzkodierungen, welche Subgruppen mit Besonderheiten hinsichtlich Symptomatik, Verlauf und Behandlungsoptionen kennzeichnen, werden vorgestellt. Auch zyklusbezogene Besonderheiten Depressiver Störungen bei Frauen werden in der ICD-11 berücksichtigt. Die ICD-11 beruht bei den Depressiven Störungen weiterhin auf der kategorialen Diagnostik, sie berücksichtigt jedoch stärker als die ICD-10 komorbide Depressions- und Angstsymptomatik unterschiedlicher Schweregrade, die kodiert werden können. Folgerungen für die Praxis werden diskutiert.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Live-Mitschnitt vom 20.02.2025
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