Begriffe wie (komplexes) Trauma, Neurodivergenz und verschiedene F-Diagnosen sind heute allgegenwärtig. Für Betroffene können sie entlastend und orientierend sein, zugleich aber zu einem zentralen Identitätsanker werden. Dann besteht die Gefahr, Verhaltensweisen und Schwierigkeiten vor allem durch die Diagnose zu erklären – und dabei Ressourcen, Lernerfahrungen und biografische Prägungen aus dem Blick zu verlieren.
Der Vortrag beleuchtet diese Dynamik und zeigt, wie Überidentifikation mit Diagnosen früh im therapeutischen Prozess erkannt und angesprochen werden kann. So lässt sich ein Behandlungsangebot entwickeln, das sich nicht an der Diagnose selbst, sondern an den geschilderten, klinisch relevanten Problembereichen orientiert – statt aus akutem Leidensdruck vorschnell in tiefes Arbeiten einzusteigen.
Die Einordnung der Symptome im schematherapeutischen Modusmodell, insbesondere auf der Ebene der Bewältigungsmodi sowie der dahinterliegenden Kind- und Kritikermodi, ermöglicht eine Vielzahl emotionsfokussierter und klärungsorientierter Interventionen. Im Mittelpunkt steht zudem eine therapeutische Haltung, die Validierung und wohlwollende, aber klare Konfrontation ausbalanciert – und gleichzeitig die eigenen therapeutischen Ressourcen schützt.
Psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen; Kinder-und Jugendlichen Psychotherapeut*innen, Interessierte aus anderen klinisch tätigen Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, Körpertherapeuten, Kunsttherapeuten, Heilpraktiker, Psychologen etc..
Ein Antrag auf Akkreditierung dieser Veranstaltung ist bei der LandespsychotherapeutenkammerBaden-Württemberg gestellt. Die Punkte werden in der Regel von allen Psychotherapeuten- und Ärztekammern in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt. Im Anschluss an die Veranstaltung erhalten Sie automatisch eine E-Mail mit Ihrer Teilnahmebescheinigung und Ihren Fortbildungspunkten.
Sie benötigen ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet oder Smartphone) mit Lautsprechern und eine stabile Internetverbindung. Der Vortrag wird über die Zoom Webinarplattform (nicht als Zoom-Meeting) abgehalten. Als Teilnehmer*in sind Sie nicht über die Kamera sichtbar und können Ihr Mikrofon nicht nutzen. Sie haben aber die Möglichkeit, über den Chat und über "Fragen/ Antworten" aktiv an der Veranstaltung teilzunehmen.
Sie erhalten am Tag der Veranstaltung den Zoom-Link zur Teilnahme und die Veranstaltungsunterlagen per E-Mail zugesandt. Zur Teilnahme müssen Sie lediglich den Link anklicken und das Webinar/ Meeting wird automatisch in Ihrem Browser geöffnet.
18.00 - 19.30
Online via Zoom
2 Punkte