Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen sind wesentlich für menschliches Leid und stehen im Zentrum vieler psychischer Erkrankungen. Unabhängig von der Diagnose sind wir daher in der Psychotherapie immer wieder mit schmerzhaften Emotionen und noch häufiger mit deren Unterdrückung oder Vermeidung konfrontiert. Oft genug blockieren emotionale Schwierigkeiten bzw. deren Bewältigungsversuche auch den Therapieprozess. Die Arbeit mit Emotionen ist daher aus der moderner Psychotherapie nicht wegzudenken. In diesem Vortrag werden zunächst kurz die wichtigsten Informationen rund um Emotionen beleuchtet und die paradoxen Effekte von Emotionsvermeidung erlebnisnah vermittelt. Dann werden Strategien vorgestellt, wie man bei stark emotionsvermeidenden Patient*innen ein Commitment für die gemeinsame Arbeit an emotionalen Schwierigkeiten herstellt und ihnen die Ängste vor Emotionen nimmt. Im weiteren Verlauf des Vortrags werden verschiedene hilfreiche Techniken und Prozesse zum Umgang mit schmerzhaften Emotionen aus modernen Psychotherapien beleuchtet: Neben Achtsamkeit, Akzeptanz, entgegengesetztem Handeln oder der Arbeit mit Emotionsprotokollen, können auch Defusionstechniken, Werteorientierung und Selbstmitgefühl zielführend genutzt werden. Zusätzlich werden erlebnisbasierten Techniken wie beispielsweise Stuhldialogen oder Imagery Rescripting demonstriert, die ebenfalls wirkungsvoll eingesetzt werden können, um nachhaltige therapeutische Erfolge im Umgang mit schmerzhaften Emotionen zu erzielen.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Live-Mitschnitt vom 07.05.2025
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