Ungefähr 20 – 50 % aller Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte gehen auf Personen mit unklaren körperlichen Beschwerden und assoziierten Problemen zurück, die bislang oftmals unter die Diagnosegruppe „somatoforme Störungen“ fielen, und nun nach DSM-5 und ICD-11 als somatische Belastungsstörung bezeichnet werden. Diese darin gefassten Störungsbilder stellen Behandler oftmals vor besondere Herausforderungen, da viele dieser Patienten bereits negative Behandlungsvorerfahrungen haben, eine starke organmedizinische Orientierung aufweisen, schwer für psychotherapeutische Ansätze motivierbar sind sowie oftmals misstrauische Interaktionsstile sichtbar werden.
Aktuelle Klassifikationsansätze und Störungsmodelle für diese Störungsgruppe werden vorgestellt, die Weiterentwicklungen (z.B. DSM-5 Somatische Belastungsstörungen) wird diskutiert und es werden ausführlich verschiedene psychotherapeutische Zugänge beschrieben.
Es werden Wege aufgezeigt, wie die betroffenen Patienten auch für Psychotherapie motiviert werden können. Gerade für die Initialphase ist es entscheidend, dass Psychotherapeut:innen das subjektive Krankheitsmodell der Patienten gut aufgreifen und mit den wissenschaftlich fundierten Mechanismen in Verbindung setzen können. Beispiele, wie dadurch Patienten für die Psychotherapie motiviert werden konnten, werden vorgestellt.
Eine ausführliche Beschreibung und wissenschaftliche Bewertung komplexer psychotherapeutischer und anderer therapeutischer Ansätze belegt, dass auch für diese Patientengruppe erfolgreiche Interventionen vorliegen.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Live-Mitschnitt vom 04.12.2025
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